Wundstarrkrampf (Tetanus)

Das Wichtigste in Kürze

  • Wundstarrkrampf ist eine durch Verletzungen übertragene Krankheit.
  • Das Tetanusbakterium erzeugt ein sehr starkes Nervengift.
  • Die Erkrankung ist selten, verläuft aber schwer und lebensbedrohlich.
  • Es gibt keine ursächliche Behandlung.
  • Die Impfung bietet sicheren Schutz.
  • Kinder sollten im Säuglingsalter geimpft werden.
  • Zu häufige Auffrischimpfung kann Hyperimmunität mit schweren Lokalreaktionen auslösen.

Krankheit und Behandlung

Ein Drittel der Fälle in westlichen Ländern resultiert aus «Indoor» Verletzungen. Die Erkrankung verläuft stets sehr ernsthaft: Das Gift des Erregers wirkt auf die Nervenzellen zur Steuerung der Muskulatur. Typisch sind Spasmen (Muskelkrämpfe) und der sehr schmerzhafte Muskelhartspann. Ohne Intensivbehandlung ist die Erkankung fast immer tödlich. Selbst unter moderner Intensivbehandlung sterben noch zwischen 25 und 60% der Erkrankten. Der Krankheitsverlauf ist wochenlang. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht.

Impfung

Der Impfstoff ist das abgeschwächte Gift des Tetanusbakteriums (Toxoid). In der Schweiz wird der Impfstoff als Kombination mit dem Diphtherie-Impfstoff (ebenfalls ein abgeschwächtes Gift) angeboten. Nach der Grundimmunisierung sollte der Impfschutz alle 10 Jahre aufgefrischt werden, auch im Erwachsenenalter.

Reaktionen und Nebenwirkungen

Nach der Impfung kann es zu milden lokalen Reaktionen (Schwellung) kommen, selten zu Allgemeinreaktionen wie Fieber oder Abgeschlagenheit. Zu häufige Auffrischimpfungen, beispielsweise bei unbekannter Impfgeschichte oder anlässlich jeder Verletzung, können zu einer Hyperimmunität führen. Dabei kann es zu schweren lokalen Reaktionen mit starker Schwellung an der Einstichstelle kommen.

Pro und Contra Impfung

Die Erreger des Wundstarrkrampfs kommen überall im Erdreich vor. Die Erkrankung kann auch durch ein weltweites Impfprogramm nicht ausgerottet werden. Wundstarrkrampf kann auch nach Bagatellverletzungen vorkommen. Zwar ist das Risiko absolut gesehen sehr gering, jedoch verläuft die Krankheit lebensbedrohlich. Der Impfstoff wird gut vertragen. Es gibt keine vernünftigen Argumente, die gegen eine Impfung sprechen. Zu diskutieren ist allenfalls der Zeitpunkt der Impfung. Für eine frühe Impfung (wie im Impfplan empfohlen) spricht: Verletzungen kann sich ein Kind durch Unfälle auch schon im Säuglingsalter zuziehen.

Manche Eltern wünschen statt der gebräulichen Kombinationsimpfung nur den Schutz alleine gegen Wundstarrkrampf oder in reduzierter Kombination (z.B. mit Kinderlähmung und/oder Diphtherie). Leider ist die gewünschte Kombination nicht immer möglich, weil nicht alle speziellen Kombinationen an Impfstoffen auf dem Markt erhältlich sind.