Grundlagen

Kinderkrankheiten

Kinder sind häufig krank. In den Herbst- und Wintermonaten löst oft ein Infekt den nächsten ab. Typische Krankheitszeichen sind Schnupfen, Husten, Ohrenschmerzen, Durchfall, Fieber, Erbrechen, oder Hautausschläge. Zum Glück verlaufen die meisten dieser Erkrankungen gutartig und heilen folgenlos aus. Niemand impft daher sein Kind gegen Schnupfen. Einige übertragbare Krankheiten allerdings können schwer verlaufen und in seltenen Fällen zum Tod führen. Für kein Kind lässt sich vorhersagen, wie es diese potentiell gefährlichen Erkrankungen übersteht – ob mit den typischen Kranheitszeichen und einem harmlosen Verlauf oder mit einem lebensbedrohlichen Verlauf.

Impfungen

Gegen die wichtigsten dieser potentiell gefährlichen Krankheiten gibt es Impfungen. Impfungen ahmen die natürliche Infektion nach. Der Impfstoff enthält abgeschwächte oder getötete Erreger oder Bestandteile davon. Das Immunsystem des Kindes reagiert auf den Impfstoff mit einer normalen Abwehrreaktion. Es lernt am ungefährlichen Impfstoff für den Ernstfall: bei Kontakt mit dem «richtigen» Erreger kann es diesen rasch unschädlich machen, ehe die Krankheit ausbricht.

Impfschutz

Impfungen sind der wirksamste Schutz vor Krankheiten wie etwa Masern, Diphtherie, Starrkrampf, Keuchusten, oder Kinderlähmung. In der Schweiz können die Eltern selbst entscheiden, ob sie ihr Kind impfen lassen wollen oder nicht. In einzelnen Kantone besteht eine Impfpflicht, so FR gegen Starrkrampf und FR, GE, NE und TI gegen Diphtherie. Für die meisten Krankheiten gilt: Je mehr Kinder geimpft sind, desto seltener treten diese Krankheiten überhaupt auf.

Impfempfehlung

Impfungen schützen gezielt nur vor derjenigen Krankheit, gegen die sich der Impfstoff richtet. Heute sind in der Schweiz eine Vielzahl von Impfstoffen gegen verschiedenste Erreger zugelassen. Kinderärzte und Experten des Bundesgesundheitsamts empfehlen allgemein aber nur eine sehr begrenzte Anzahl von Impfungen für alle Kinder. Dies sind die Impfung gegen Diphtherie, Starrkrampf, Kinderlähmung, Keuchhusten, Haemophilus influenzae-Hirnhautentzündung; ferner die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln, sowie bei besonderen Personengruppen oder Jugendlichen die Impfung gegen Hepatitis B.

Nebenwirkungen

Weil das Immunsystem des Kindes gegen den Impfstoff eine richtige, «natürliche» Immunreaktion entwickelt, kann es bei allen Impfungen zu «gesunden» Zeichen eines Infekts kommen, wie etwa Fieber. Schwere Impfreaktionen hingegen entwickeln sich extrem selten, nur etwa bei einer auf 100’000 Anwendungen. Schwere Reaktionen auf Impfungen sind um ein Vielfaches seltener als diejenigen auf die entsprechenden natürlichen Krankheiten, oder als beispielsweise die Rate an Todesfällen und Gehirnentzündungen bei Masern (etwa bei der Epidemie in Süditalien im Jahr 2002).