Röteln
Das Wichtigste in Kürze
- Röteln sind eine durch Tröpfcheninfektion übertragene Virus-Infektion.
- Bei Kindern verläuft die Infektion als harmlose Erkrankung mit kleinfleckigem Ausschlag.
- Gefürchtet ist die Infektion im ersten Drittel der Schwangerschaft, die zu schweren Fehlbildungen des Ungeborenen führt.
- Eine ursächliche Behandlung der Röteln gibt es nicht.
- Die Rötelnimpfung bietet einen sicheren Schutz.
- Empfohlen ist die Impfung zusammen mit der Masern- und Mumps-Impfung im Alter von 12 Monaten sowie mit 15 – 24 Monaten.
- Frauen sollten spätestens in der Pubertät das erste und zweite Mal gegen Röteln geimpft werden.
Krankheit und Behandlung
Zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung erkranken Infizierte mit Krankheitszeichen, die sich zunächst von anderen einfachen Virusinfektionen wie Erkältungen nicht unterscheiden. Im Verlauf tritt ein kleinfleckiger Ausschlag auf, der nach einigen Tagen wieder abklingt. Erwachsene fühlen sich etwa eine Woche krank und sind in der Regel für diese Dauer arbeitsunfähig. Gefährlich ist, wenn sich eine Schwangere während des ersten Drittels der Schwangerschaft ansteckt: das Virus kann den Embryo infizieren. Wenn das Ungeborene die Infektion überlebt, kommt es häufig mit schweren, typischen Fehlbildungen zur Welt. Dazu zählen Herzfehler, Taubheit, Störungen der Gehirnentwicklung und Augenfehlbildungen.Impfung
Der Impfstoff enthält abgeschwächte Rötelnviren. Alle im Handel erhältlichen Impfstoffe enthalten derzeit das gleiche Virus. Als Lebendimpfung kann sich das Virus im Organismus vermehren, sodass eine einmalige Impfung bereits bei den meisten Personen einen ausreichenden Impfschutz erzielt. In verschiedenen Ländern, z. B. in Finnland, gelang es, durch konsequentes Impfen die Erkrankung praktisch auszurotten.Reaktionen und Nebenwirkungen
Gelegentliche, milde Nebenwirkungen sind Fieber, rötelnähnlicher Ausschlag, seltener auch Gelenkentzündungen. Lokalreaktionen an der Impfstelle sind möglich. Sehr selten kommt es zu einer allergischen Reaktion auf das im Impfstoff in Spuren enthaltene Hühnereiweiss.Pro und Contra Impfung
Impfskeptiker führen an, die Erkrankung sei für betroffene Kinder harmlos. Ein weiterer Gesichtspunkt sind die zwar seltenen, aber vorkommenden Nebenwirkungen. Andere Bedenken betreffen die möglicherweise im Impfstoff enthaltenen Bruchstücke von Vogelviren. Diese Vogelviren können sich indes in menschlichen Zellen nicht vermehren.Für die Impfung spricht vor allem das Risiko der Rötelnembryopathie. Diese Fehlbildungen sind sehr schwerwiegend, bedeuten praktisch immer eine Intensivbehandlung, etwa 10% der betroffenen Kinder sterben meist im ersten Lebensjahr. Die epidemiologisch sicherste Prävention für Schwangere neben der eigenen Impfung ist die konsequente Impfung aller Kinder bereits am Ende des Krabbelalters (12 – 15 Monate). In Ländern mit hoher Durchimpfung kommen Rötelnembryopathien praktisch nicht mehr vor. Der wichstigste Grund, gegen Röteln zu impfen, ist daher der Schutz der Ungeborenen im Mutterleib, die durch andere Massnahmen (Impfung junger Mütter) nicht erreicht werden kann.
