Kinderlähmung (Polio)
Das Wichtigste in Kürze
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Gegen die Kinderlähmung gibt es keine ursächliche Behandlung.
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Polio ist eine Virusinfektion des Darms.
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Polio wird durch mit Virus verunreinigtes Wasser oder Nahrung übertragen.
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Bei einigen Infizierten schreitet die Darminfektion zur Polio mit Lähmungen fort.
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Die Polio wurde durch die Impfung fast vollständig ausgerottet.
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Europa wurde im Juni 2002 zur Polio-freien Zone erklärt.
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Die ursprüngliche (und beliebte) Schluckimpfung wurde aus Sicherheitsgründen durch den zu injizierenden Totimpfstoff (IPV) ersetzt.
Krankheit und Behandlung
Erreger der Polio sind drei Typen von Enteroviren. Etwa 3 bis 14 Tage nach der Ansteckung durch infiziertes Wasser oder Nahrung erkranken die meisten Personen an leichten Darmbeschwerden ohne weitere Krankheitszeichen. Während dieser Phase scheiden sie die Viren im Stuhl aus und können andere Menschen anstecken. Bei 5 – 10 % der Infizierten kommt es zu einer grippeartigen Erkrankung. Etwa 1 von 1000 infizierten Personen entwickeln im Anschluss an diese Phase Lähmungen. Zwar sind viele der Lähmungen rückläufig, doch gibt es auch heute noch Personen, die seit den Epidemien in der Mitte des letzten Jahrhunderts an schweren Lähmungen leiden. Es gibt keine ursächliche Behandlung gegen das Virus oder gegen die Lähmungen.
Impfung
Weltweit wurden in der Vergangenheit zwei hochwirksame Impfungen eingesetzt: Die Schluckimpfung nach Sabin und die Impfung mit Totimpfstoff nach Salk. Bei der Schluckimpfung nach Sabin werden abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Viren verabreicht. Diese lösen eine Darminfektion mit den abgeschwächten Viren aus. Auf diese Weise können Geimpfte auch andere Personen mit den Impfviren anstecken. Bei der Imfpung nach Salk werden abgetötete Viren gespritzt. Diese Impfung bewirkt nur bei der gimpften Person einen Schutz. Zum Aufbau eines Impfschutzes sind bei der Salk-Impfung mehrere Dosen nötig. Die Impfung zählt zu den Grundimmunisierungen und ist Bestandteil der Kombinationsimpfstoffe.
Reaktionen und Nebenwirkungen
Beim heute in der Schweiz nicht mehr gebrauchten Sabin-Impfstoff (Schluckimpfung) bestand ein gewisses Risiko, dass sich das Impfvirus in eine aktive Form zurückverwandelte und Erkrankungen mit Lähmung auslösen konnte. Da in Europa und Nordamerika die Polio durch frei vorkommendes Virus nicht mehr existiert, wurde das Risiko, durch die Schluckimpfung eine Impf-Polio zu erleiden grösser, als das Risiko, an einer Polio durch Wildvirus zu erkranken. Dieses Risiko besteht bei der heute gebräuchlichen Salk-Impfung (IPV) nicht. Die gespritzte Impfung ist eine der bestverträglichen überhaupt, es gibt bis heute keine Berichte über schwere Nebenwirkungen.
Pro und Contra Impfung
Die gespritzte Impfung nach Salk (IPV) hat keine Nebenwirkungen. Das Risiko einer Polio ist in Europa verschwindend gering. Noch ist jedoch die Polio weltweit nicht ganz ausgerottet. So gab es noch vor wenigen Jahren eine Polio-Epidemie in Albanien. Es besteht daher ein schwer abschätzbares, wenn auch kleines Restrisiko. Aus diesem Grund empfiehlt das BAG weiterhin gegen Polio zu impfen.