Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln – eine harmlose Gefahr?

Kinder werden in den ersten 3–5 Lebensjahren häufiger krank, als Kinder im Schulalter oder als junge Erwachsene. Die meisten Erkrankungen im Vorschulalter sind harmlos und hinterlassen sehr selten ernsthafte Folgeschäden. Dazu gehören beispielsweise alle Erkältungskrankheiten einschliesslich der durch Viren verursachten Mittelohrentzündungen.

Auch einige der klassischen Kinderkrankheiten, wie etwa Ringelröteln, Dreitagefieber, Windpocken oder die Röteln sind für das betroffene Kind harmlos und heilen praktisch immer ohne Folgeerscheinungen aus und hinterlassen einen lebenslangen Schutz vor einer erneuten Erkrankung. Der einzige Grund, gegen Röteln zu impfen ist das sehr hohe Risiko schwerster Missbildungen beim Ungeborenen, wenn sich eine werdende Mutter im ersten Drittel der Schwangerschaft an Röteln ansteckt. Gegen andere klassische Kinderkrankheiten, wie etwa den Scharlach, gibt es keine Impfung.

Auch diejenigen Erkrankungen, gegen welche eine Impfung empfohlen wird, sind heute selten. Wegen der breiten Durchimpfung der Kinder treten in der Schweiz kum noch grosse Epidemien auf. Schwere Komplikationen sind daher sehr selten. Die meisten Kinderärzte kennen kaum noch Kinder, die etwa eine Masern-Gehirnentzündung durchgemacht haben.

Wie Impfkritiker zu recht anführen, biete keine Impfung einen garantiert vollständigen Schutz vor der entsprechenden Erkrankung. Impfungen sind biologische Produkte, daher kann es vorkommen, dass das Abwehrsystem auf den entsprechenden Impfstoff unzureichend reagiert und somit keinen Schutz aufbaut. Die heute empfohlenen Impfungen erreichen bei praktisch fehlenden Nebenwirkungen mit bleibenden Folgen in aller Regel einen guten Schutz.

In der heutigen Zeit lässt sich der Schutz, den eine Impfung aufbaut, mit dem Angurten beim Autofahren vergleichen: Obwohl schwere Verkehrsunfälle mit Kindern sehr selten vorkommen, schnallen die meisten Eltern ihre Kinder im Kindersitz an. Das Anschnallen (Impfen) erhöht die Chance, einen Unfall (Ansteckung) unbeschadet zu überstehen.

Nachstehende Tabelle vergleicht einige der Risiken:

Missbildung bei Röteln in der frühen Schwangerschaft   1 : 1.5
Angeborener Herzfehler   1 : 150
Vorzeitiger Tod durch Rauchen   1 : 800
Plötzlicher Kindstod im ersten Lebensjahr   1 : 2000
Tod im Strassenverkehr   1 : 5000
Blutkrebs   1 : 12'000
Tod durch Blitzschlag etwa  1 : 1'000'000
Gehirnentzündung nach Masernimpfung etwa  1 : 1'000'000
Gehirnentzündung ohne vorangehende Impfung etwa  1 : 1'000'000
Hauptgewinn im Lotto   1 : 4'000'000