Hepatitis B)
Das Wichtigste in Kürze
- Das Hepatitis B-Virus wird durch Blut und Geschlechtsverkehr übertragen.
- Die Hepatitis B ist eine schwer verlaufende Leberentzündung, die nicht immer ausheilt.
- Es gibt keine medizinische Behandlung, die das Virus tötet.
- Personen mit hohem Risiko sind medizinisches Personal, Drogenkonsumenten, Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Neugeborene von Müttern mit Hepatitis B.
- Die Impfung erreicht einen hohen Schutz und hat wenig Nebenwirkungen.
- In der Schweiz werden jährlich zwischen 200 und 500 Neu-Erkrankungen gemeldet.
- Die Impfung ist für Jugendliche empfohlen.
Krankheit und Behandlung
Nach einer Inkubationszeit von 40 bis 160 Tagen erkranken Infizierte mit unspezifischen Beschwerden wie allgemeinem Krankheitsgefühl, Gelenk- und Muskelschmerzen, ehe die typischen Symptome mit Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Gelbsucht auftreten. Eine kausale Therapie, d. h. virusabtötende Behandlung, gibt es nicht. Je jünger die Erkrankten sind, desto häufiger geht die akute Hepatitis B in eine chronische Hepatitis über (Neugeborene bis 90%, Kinder bis 40%, Erwachsene um 10%). Die chronische Hepatitis B kann über Jahre zur Schrumpfleber (Leberzirrhose) mit Leberversagen führen, ferner steigt das Risiko von Leberkrebs. Etwa 1 – 3% der Patienten mit Hepatitis B sterben. Bei Patienten mit chronischer Hepatitis B unterstützt die Behandlung mit Interferonen die mögliche Ausheilung.Impfung
Der Impfstoff enthält Bestandteile der Virushülle und wird biotechnologisch aus Hefezellen hergestellt. Die Impfung wird für alle Jugendlichen empfohlen. Ausserdem sollen alle Neugeborenen geimpft werden, bei denen im Blut der Mutter HBs-Antigen gefunden wird (Zeichen einer möglicherweise aktiven chronischen Hepatitis B). Empfohlen sind drei Impfungen (Wiederholung der Impfung nach 1 und 6 Monaten). Für Kinder ab 11 Jahren gilt ein Impfschema mit 2 Dosen (Erwachsenenimpfstoff).Reaktionen und Nebenwirkungen
Schwere Nebenwirkungen der Impfung sind selten. Als leichte Nebenwirkungen kommen bei 3 bis 29% der Geimpften lokale Reaktionen vor mit Schmerzen an der Injektionsstelle oder leichtem Fieber. Als gesicherte schwere Nebenwirkung gilt die Anaphylaxie (allergische Reaktion), mit einer Häufigkeit von 1 auf 600’000 Dosen (weniger als 1 Fall pro Jahr in der Schweiz). Impfskeptiker berichten von Einzelfällen mit schweren neurologischen Erkrankungen in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung. Die genannten neurologischen Nebenwirkungen wie etwa Gehirnentzündung, oder Entzündung des Sehnerven treten jedoch auch mit einer gewissen Häufigkeit spontan in der Bevölkerung auf. Für keine dieser schweren Nebenwirkungen ist die Häufigkeit nach Impfung grösser, als durch den Zufall aufgrund dieser «natürlichen» Erkrankungsrate zu erwarten wäre.Pro und Contra Impfung
Die Mehrzahl der an Hepatitis B Erkrankten stecken sich in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter an. Bei Kindern ist die Hepatitis B sehr selten, ausgenommen Neugeborene mit HBs-Antigen-positiven Müttern. Auch bei Adoleszenten besteht eine Gefahr der Ansteckung nur bei entsprechendem Risikoverhalten (Injektion von Drogen mit verunreinigter Nadel, Geschlechtsverkehr mit einer Hepatitis-B infizierten Person, Verletzung bei Medizinalpersonal mit Kontakt zu Blut oder Körpersekreten einer Hepatitis-B infizierten Person). Weder das Risiko im Beruf (Medizinalpersonal) noch das Risikoverhalten Adoleszenter lässt sich vorhersagen. Aus diesem Grund empfehlen Kinderärzte in der Schweiz die Impfung Jugendlicher. Das Risiko, an einer Hepatitis B zu erkranken, ist bei entsprechendem Risikoverhalten deutlich höher als das mögliche Risiko eventueller schwerer Nebenwirkungen.Die Hepatitis-B Impfung wurde in der Schweiz bewusst ins Adoleszenten-Alter verlegt, um das Impfgespräch mit Aufklärung über andere Krankheiten zu verbinden, für die keine Impfungen existiert und die nur durch entsprechende Vorsichtsmassnahmen verhindert werden können (Hepatitis C, HIV).
