Diphtherie
Das Wichtigste in Kürze
- Die Diphtherie ist eine schwer verlaufende Infektionskrankheit.
- Auslöser der Symptome ist das hochwirksame Zellgift des Erregers.
- Das Zellgift kann den Herzmuskel schädigen und zum Tod führen.
- Die Impfung richtet sich gegen das Zellgift.
- Eine medizinische Behandlung gegen das Zellgift gibt es nicht.
- Die Diphtherie ist in Ländern mit hoher Impfrate sehr selten geworden.
Krankheit und Behandlung
Die Diphtherie wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Seltener ist die Diphtherie der Haut nach Verletzungen. Der Erreger ist das Corynebacterium diphtheriae. Das Bakterium bildet ein äusserst gefährliches Zellgift. Dieses Zellgift, oder Toxin, ist für meisten Krankheitszeichen und auch für die möglichen Todesfälle verantwortlich. Etwa 2 bis 6 Tage, nachdem sich ein ungeimpftes Kind oder ein Erwachsener angesteckt hat, bricht die Diphtherie als hochfieberhafte Rachen- und Kehlkopf-Entzündung aus. Die Lymphknoten am Hals schwellen stark an. Am Gaumen bilden sich zusammenhängende weisslich-gelbliche Beläge, die nach Abstreifen bluten.Die gefürchtete Komplikation ist die Schädigung des Herzmuskels durch das Diphtherietoxin. Sie beginnt schleichend, einige Tage nach den akuten Symptome und ist in bis zu 50% aller Patienten tödlich. Gegen die Wirkung des Gifts gibt es keine Behandlung. Daher muss Patienten mit Diphtherie sofort nach Ausbruch Antitoxin aus Pferdeserum gespritzt werden. Es enthält Antikörper, die das Toxin abfangen.
In Mitteleuropa ist die Diphtherie sehr selten geworden. Im ehemaligen Ostblock ist die Diphtherie in den letzten Jahren wieder sehr viel häufiger geworden und könnte jederzeit wieder nach Mitteleuropa eingeschleppt werden. Die Impfung richtet sich nur gegen das Toxin. Daher können sich Geimpfte infizieren - ohne dass bei ihnen eine Diphtherie ausbricht. Sie können den Erreger unbemerkt an andere weiterverbreiten und so, ohne es zu wissen, Ungeimpfte anstecken. Diese «Infektionsketten» sind für die vereinzelten Todesfälle bei Ungeimpften, aber sonst gesunden Kindern, in Deutschland in den 90er Jahren verantwortlich.
