Nebenwirkungen
Belasten Mehrfach-Impfungen das Immunsystem nicht stärker?
Selbstverständlich könnte jede Impfung auch einzeln gegeben werden. Das würde aber für das Kind anstelle eines Stichs drei oder vier mal so viele Stiche bedeuten. Auch würde das Kind wiederholt den in allen Impfstoffen enthaltenen Zusatzstoffen ausgesetzt. Um dies zu vermeiden, wurden die Kombinationsimpfstoffe entwickelt. Ihre Verträglichkeit und spezifische Wirksamkeit wurde in entsprechenden Studien untersucht. Sie unterscheidet sich bei den zugelassenen Impfstoffen nicht von denen, die nur gegen eine Krankheit gerichtet sind. Alle Impfstoffe in den kombinierten Impfungen stören sich gegenseitig nicht. Die kombinierten Impfstoffe lösen oft weniger Nebenwirkungen aus, da sie mit moderneren Produktionsverfahren hergestellt werden, als die Impfstoffe gegen eine einzelne Erkrankung. Zum Teil unterstützen sie sich sogar gegenseitig in ihrer Schutzwirkung. Einzelimpfstoffe haben oft ein älteres Produktionsverfahren und beinhalten unter Umständen mehr Zusätze. Ihr Kinderarzt kann anhand einer Tabelle die Inhaltsstoffe der verschiedenen Impfungen vergleichen.
Für das Immunsystem ist die gleichzeitige Auseinandersetzung mit verschiedenen Erregern ohnehin tägliche Routineaufgabe: Besuchen Sie beispielsweise an einem verregneten Dezembertag mit Ihrem Kind ein Kaufhaus, so wird es im Gedränge der Weihnachtseinkäufe mit verschiedensten Erkältungsviren anderer Kaufhausbesucher in Kontakt kommen.
Erhöht Impfen das Krebsrisiko?
Keiner der in Mitteleuropa verwendeten Impfstoffe kommt bei der Herstellung in Kontakt mit Krebszellen. Hier handelt es sich eindeutig um eine Falschmeldung. Krebserkrankungen haben im Kindesalter generell nicht zugenommen (ausser bei Atomreaktorunfällen). Lediglich für Hirntumore zeigen USA-Statistiken bei Kindern eine Zunahme um 1% pro Jahr. Gezielte, bevölkerungsweite Untersuchungen ergaben aber keinen Zusammenhang zwischen dieser Zunahme und den Impfungen, auch nicht mit der MMR-Impfung, wie von Einzelnen befürchtet. Eine Untersuchung aus Deutschland zeigte, dass Leukämien im Kindesalter bei Geimpften etwas weniger häufig auftreten als bei Ungeimpften.
Erkranken Erwachsene, die als Kinder geimpft wurden, später schwerer?
Erkrankungen, gegen die ein Patient früher bereits (wenn auch unvollständig) geimpft wurde, verlaufen meist schwächer als bei ungeimpften Patienten. Erwachsene mit intaktem Impfschutz erkranken bei Kontakt mit diesen Erregern meist gar nicht. Erwachsene, bei denen der Impfschutz nachgelassen hat, können jedoch erkranken. Ist der Impfschutz weitgehend erloschen, kann die Erkrankung ähnlich schwer verlaufen, wie bei ungeimpften Erwachsenen. Beispielsweise hinterlässt die Impfung gegen Tetanus zwar einen langen, nicht aber lebenslangen Impfschutz.
Erkranken «Impfversager» um so schlimmer?
Tatsächlich baut sich bei einigen Geimpften nicht der volle oder auch manchmal gar kein Impfschutz auf. Bei diesen «Impfversagern» fehlt die Abwehrreaktionen genauso wie bei Ungeimpftem. Keinesfalls ist ein «Impfversager» stärker geschwächt als ein ungeimpftes Kind. Falsch und vollkommen unbelegt ist die Behauptung, Impfversager erkrankten später schwerer als andere, nicht geimpfte Personen.