Impfschutz

Schützen Impfungen vor Epidemien?

Die einzelnen Impfungen unterscheiden sich hinsichtlich der Güte des Impfschutzes. Gegen das Grippevirus kann kaum ein vollständiger Schutz erzielt werden, da sich das Virus auch in Tieren ausbreiten und dort verändern kann. Hingegen könnten bestimmte Viren, welche nur beim Menschen vorkommen, bei einer ausreichenden Durchimpfung der gesamten Weltbevölkerung (über 80 bis 95%) ausgerottet werden. Dieser Erfolg gelang im vergangenen Jahrhundert für die Pocken. Die WHO hofft, bis 2005 auch die Kinderlähmung auszurotten. Weitere Erkrankungen, bei denen eine hohe Durchimpfung der Bevölkerung Epidemien verhindern kann, sind: Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis A. Hier sind Impfungen die effektivsten vorbeugenden Massnahmen gegen Epidemien.

Impfen schwächt das Immunsystem

Das Gegenteil ist für die meisten Impfungen der Fall. Ein «starkes» Immunsystem verfügt über vielfältige Abwehrstoffe. Mit einer Impfung wird das Immunsystem in ähnlicher Weise wie bei der natürlichen Infektion stimuliert. Die weissen Blutkörperchen (Lymphozyten), welche für die Immunreaktion verantwortlich sind, machen keinen Unterschied zwischen den im Impfstoff enthaltenen Antigenen und den für die Abwehrzellen identischen «natürlichen» Antigenen. Sie produzieren daher auch identische Abwehrstoffe – das Prinzip der Impfung.

Was unterscheidet «Totimpfstoffe» von «Lebendimpfstoffen»?

Totimpfstoffe enthalten einen abgetöteten Erreger oder Bestandteile des Erregers. Beispiel: der Keuchhustenimpfstoff. Lebendimpfstoffe enthalten vermehrungsfähige, aber in ihrer Gefährlichkeit abgeschwächte (attenuierte) Erreger. Beispiel: der Masernimpfstoff. Die attenuierten Masernviren (Impfviren) lösen eine normale Infektionsreaktion aus, welche ebenfalls gegen die gefährlicheren Wildviren immunisiert.

Was ist ein «Adsorbatimpfstoff»?

Beim Adsorbatimpfstoff wird der Impfstoff zusammen mit schwer lösbaren Substanzen, wie etwa Aluminiumhydroxid oder Aluminiumphosphat verabreicht. Dies erhöht bei sogenannten «Totimpfstoffen» die immunstimulierende Wirkung und ist nötig, damit der Impfstoff verzögert in die Blutbahn gelangt. Folgende im Handel befindliche Impfstoffe sind «adsorbiert»:

  • Impfstoffe gegen Viren: Hepatitis A und B, FSME
  • Impfstoffe gegen Bakterien, Bakteriengifte: Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Hib.

Was sind typische Reaktionen auf Impfungen?

Jede Impfung löst eine Immunreaktion aus. Bei kaum einem Kind verläuft eine Immunreaktion ganz unbemerkt. So kann es für wenige Tage zu lokalen Impfreaktionen an der Einstichstelle kommen. Bei Überimpfung kann es zu ausgeprägteren Schwellungen kommen, diese sollte der Kinderarzt im Impfpass vermerken. Wie bei jeder Immunreaktion kann das Kind für einige Tage verstimmt sein, sich matt fühlen oder Fieber entwickeln. Bei heftigem Impffieber sind sogar seltene Fälle von Fieberkrämpfen beschrieben. Alle diese Reaktionen treten meist innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Impfung auf und klingen binnen weniger Tage und ohne Langzeitfolgen ab. Sie sind erheblich weniger schwerwiegend und langwierig als eine durchgemachte Erkrankung.