Fragen zur Tetanus-Impfung

Ist die Tetanus-Impfung heute noch nötig?

Ja, weil der Wundstarrkrampf heute und in Zukunft nicht ausrottbar ist. Die Erreger für Wundstarrkrampf kommen weltweit in der Erde vor. Das Risiko besteht also bei verschmutzten Verletzungen. Zwar ist die Erkrankung selbst bei Verletzungen selten, dann aber grundsätzlich lebensbedrohlich. Wundstarrkrampf hat eine hohe Sterblichkeit. Ein überlebter Wundstarrkrampf bietet keinen Schutz vor einer erneuten Erkrankung. In der Dritten Welt ist der Wundstarrkrampf bei Neugeborenen eine häufige Todesursache.

Warum nicht erst bei einer Verletzung gegen Tetanus impfen?

Bis die Wirkung der Impfung kommt, ist es zu spät. Daher muss man bei einer Verletzung Ungeimpften auch sofort fremde Abwehrstoffe von anderen Menschen injizieren (Antikörper). Diese Antikörper sind nicht nur sehr teuer, sie setzen den Betroffenen auch dem Risiko einer allergischen Reaktion auf das Fremdeiweiss des passiven Impfstoffs aus. Nicht bei jeder Verletzung, welche zum Starrkrampf führen kann, wird überhaupt ein Arzt konsultiert. Wundstarrkrampf kann auch nach Bagatelleverletzungen auftreten, z. B. harmlosen Stichwunden. Nicht zu verwechseln mit der passiven Immunisierung (Spritzen von Antikörpern) ist die oft anlässlich einer Verletzung verabreichte Tetanus-Auffrischimpfung. Diese schützt bei zukünftigen Verletzungen.

Warum gibt es bei Tetanus-Impfungen starke Impfreaktionen?

Eine lokal begrenzte Reaktion mit Schmerzen, z.B. im Arm, ist bei Auffrischimpfungen durchaus häufig. Auf keinen Fall sollten Booster-Impfungen (Auffrisch-Impfungen) bei jeder Verletzung durchgeführt werden, sondern nur dann, wenn entsprechend lange Zeit (5 bis 10 Jahre) seit der letzten Impfung zurück liegt. Tetanus-Impfung in zu kurzen Abständen kann zu einer Hyperimmunisation mit starken lokalen Überreaktionen führen.

Ist Tetanus heute nicht weit weniger gefährlich?

Leider nein. Glücklicherweise gibt es heute in der Schweiz kaum noch Menschen, die nie gegen Wundstarrkrampf geimpft wurden. Dennoch ereignen sich in der Schweiz jedes Jahr noch immer etwa 5 Fälle – vor allem bei älteren Menschen – die seit Jahrzehnten keine Auffrischimpfung mehr erhalten haben. Die Therapie bedeutet praktisch immer eine Behandlung auf der Intensivstation. Sie kann nur die Symptome bekämpfen, eine direkte Behandlung gibt es bis heute nicht.

Warum nicht erst im Krabbelalter gegen Tetanus impfen?

Eltern, die Verletzungen bis zum Krabbelalter ausschliessen, können dies erwägen. Jedoch ist der Schutz durch die mütterlichen Leihantikörper nur für die ersten Wochen nach der Geburt gegeben. Bestimmte Unfälle, wie etwa mit im Verkehr oder durch Tierbisse halten sich nicht an die Krabbelaltergrenze.

Ab welcher Impfung besteht ausreichener Schutz?

Bei den meisten Geimpften besteht wahrscheinlich schon nach den ersten beiden Tetanus-Impfungen ein hinreichender Schutz. Bei etwa 5% ist auch nach der zweiten Impfung der Schutz noch unvollständig. Mit der dritten Impfung wird bei praktisch 100% ein vollständiger Schutz erzielt.