Fragen zur Diphtherie-Impfung
Warum muss man noch gegen Diphtherie impfen?
Tatsächlich ist die Diphtherie dank des Impfprogramms eine sehr seltene Erkrankung geworden. Jedoch werden in Osteuropa, vor allem in Russland, seit dem Fall des Eisernen Vorhanges, wieder vermehrt Diphtherien beobachtet. Dies hängt mit der stark abgesunkenen Impfrate und den verschlechterten Lebensbedingungen zusammen. Wiederholt ist die Diphtherie auch wieder nach Westeuropa eingeschleppt worden. Das Tragische ist: Geimpfte können sich durchaus mit dem Diphtherie-Erreger anstecken. Die Impfung richtet sich nämlich nicht gegen den Diphtherie-Erreger selbst, sondern nur gegen das vom Erreger produzierte Gift. Geimpfte können daher eine harmlose Infektion durchmachen und aber trotzdem andere Personen mit dem Diphtherie-Erreger anstecken. Trifft die Infektion eine ungeimpfte Person, so entwickelt sich statt einer harmlosen, kaum bemerkbaren Halsinfektion das Vollbild der Diphtherie. Bei Ungeimpften kann das Gift den Herzmuskel befallen. Gegen die bei toxischer Diphtherie innerhalb von wenigen Tagen zum Tod führende Herzlähmung gibt es kein Heilmittel. Antiseren (passive Immunisierung) müssen innerhalb weniger Stunden nach Ausbruch der Diphtherie gespritzt werden. Da jedoch die meisten jüngeren Ärzte noch nie ein Kind mit Diphtherie gesehen haben, kann die richtige Diagnose durchaus verpasst werden. So sind in Deutschland beispielsweise 1994 vier ungeimpfte Kinder an Diphtherie gestorben.