Alternativen
Gibt es Alternativen, um Infektionskrankheiten zu verhindern?
Die beste Prävention ist, Kontakt mit dem Erreger der Infektionskrankheit zu vermeiden. Das ist für bestimmte Erkrankungen möglich, die nur in den Tropen vorkommen (z.B. Gelbfieber). Für andere, gefährliche Erkrankungen wie Diphtherie oder Kinderlähmung ist das nicht möglich, auch wenn diese Erkrankungen in Mitteleuropa kaum noch vorkommen. Für alle Krankheiten, für die es einen verträglichen, möglichst nebenwirkungsfreien und wirksamen Impfstoff gibt, hat die Impfung – trotz aller medizinischen Fortschritte in der Behandlung – ein vielfach geringeres Risiko als die Erkrankung. Die Impfung ist daher beste Prävention.
Ist Impfen nicht ein künstlicher Eingriff in die Natur?
Eine Impfung ahmt den natürlichen Immunvorgang beim Kontakt mit einem Erreger nach. Auf eine Impfung reagiert die Immunabwehr mit genau den gleichen natürlich ablaufenden Mechanismen wie auf einen Kontakt mit den in der Umwelt vorkommenden Bakterien und Viren.
Ist impfen gefährlich?
Das Risiko einer Impfung lässt sich veranschaulichen mit Präventionsmassnahmen im Strassenverkehr. Gegner der allgemeinen Angurtpflicht verweisen auf Unfallberichte von nicht angeschnallten Insassen, die bei einem schweren Unfall aus dem Fahrzeug herausgeschleudert wurden und dadurch überlebten. Die Verletzungsstatistiken der Unfallkliniken belegen jedoch eindeutig: Im Durchschnitt ist das Risiko, schwere Verletzungen zu erleiden oder zu sterben, mit Sicherheitsgurt erheblich geringer. Gleiches gilt für die Impfungen: Schwere Impfreaktionen mit Langzeitfolgen sind extrem selten. Dort, wo in der Vergangenheit seltene Impfreaktionen berichtet wurden, etwa bei dem zellulären Impfstoff gegen Keuchhusten, oder bei der Schluck-Impfung gegen Kinderlähmung, wurden in der Zwischenzeit modernere Impfstoffe entwickelt.