Allergie und Schwangerschaft

Dürfen auch Allergiker geimpft werden?

Kinder mit allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Asthma, Ekzem, Neurodermitis) können und sollen wie andere Kinder geimpft werden. Bei Kindern mit allergischer Veranlagung können unter Umständen stärkere Impfreaktionen auftreten. Kinder mit allergischer Veranlagung sollten möglichst nach dem normalem Impfplan geimpft werden. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Impfen den Verlauf bestimmter allergischer Veranlagungen günstig beeinflussen kann.

Jedoch gilt folgende wichtige Ausnahme: Kinder mit allergischen Erkrankungen, die hochdosiert Cortisonpräparate oder ähnliche Substanzen einnehmen, dürfen nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden. Bei diesen Kindern besteht durch das Cortison die Gefahr einer Immunsuppression. Bei Patienten mit Immunsuppression könnten sich die attenuierten Keime des «Lebendimpfstoffes» möglicherweise unkontrolliert im Körper ausbreiten. Gleiches gilt für Kinder mit Immunschwäche oder Kinder unter chemotherapeutischer Behandlung wegen Krebsleiden.

Wie impft man während einer mehrjährigen Desensibilisierung?

Die oft mehrjährige Desensibilisierung richtet sich gegen bestimmte allergieauslösende Substanzen, wie etwa Pollen oder Gräser. Diese sind mit den Impferregern überhaupt nicht verwandt. Daher können alle angezeigten Impfungen auch während einer Desensibilisierung durchgeführt werden.

Darf während der Schwangerschaft geimpft werden?

Bestimmte Auffrischimpfungen, etwa gegen Diphtherie oder Tetanus sind während der Schwangerschaft sinnvoll. Solche Impfungen der werdenden Mutter können das Ungeborene schützen, bei manchen Impfungen sogar während der ersten Lebensmonate nach der Geburt (sogenannte Leihimmunität). Impfungen sollen die Schwangere vor der Infektionskrankheit schützen, gleichzeitig die Schwangerschaft nicht gefährden und dürfen nicht zu Fruchtschäden führen. Daher sollen Lebendimpfstoffe in der Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Mögliche Aussnahmen sind orale Lebendimpfstoffe wie Typhus.