Diskussionsforum
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Statement der AG Impffragen - 19.03.2009Titel
Statement der AG ImpffragenName
Philipp TrefnyText
Als Mitglied der EKIF und Vertreter der praktizierenden Kinderärzte (Forum für Praxispädiatrie) möchte ich auf folgende zwei Umstände hinweisen:1. Das Wissen um die zweite Masernimpfdosis für Personen jünger als Jahrgang 1963 ist unter Ärzten und in der Bevölkerung dürftig bis inexistent. Ich impfe immer wieder Lehrerinnen, Mütter, Krippenleiterinnen, welche vor 10-15-20 Jahren nur eine Masernimpfung erhalten haben.
2. In den Medien erhalten die Impfgegner und Impfhasser (militante Homöopathen und andere „Ärzte“) dermassen viel Raum, dass in der Bevölkerung der Eindruck entsteht, dass sich die Impfbefürworter und die Impfgegner rein zahlenmässig die Waage halten würden. Beides sind ja „Ärzte“. Es sind aber nur einzelne wenige, welche militante Impfgegner sind!
Wir (die Arbeitsgruppe für Impffragen des FPP) schlägt deshalb vor, in grossen Zeitungsinseraten die Bevölkerung auf diese nötige und empfohlene 2. Impfdosis aufmerksam zu machen und dabei die Namen der Grundversorger, welche eindeutig Impfbefürworter sind, aufzulisten, ähnlich der Informationsbroschüren für Volksinitiativen. Das kann kantonal oder auch schweizerisch geschehen; Namen und Praxisstandort kleingedruckt.
Begründung: Um einen guten und ausreichend, langanhaltenden Schutz zu erzielen müssen zwei Impfdosen verabreicht werden. Die Empfehlungen sind eindeutig. Das Wissen bei den Ärzten und der Bevölkerung ist aber minim.
Der Bevölkerung muss klar werden, dass „Ärzte“, welche aktiv von Impfungen abraten in der Minderheit sind und eine sonderliche und eigentlich unhaltbare Stellung im Rahmen der wissenschaftlichen Medizin einnehmen. Die zahlenmässige Übermacht der wissenschaftlich tätigen Ärzte führt den Leuten vor Augen, wie die Realität aussieht. Personen, welche sich impfen lassen, fühlen sich bestärkt in ihrer Haltung. Die Impfung muss in der Bevölkerung bewusst gemacht und am Leben erhalten werden.
Impfobligatorium - 15.03.2009Titel
ImpfobligatoriumName
Claudia WandtText
Der Schrei nach einem Impfobligatorium (als Ausdruck von Verzweiflung und einer gewissen Ohnmacht) ist einerseits verständlich. Sinn- oder gar wirkungsvoll scheint mir ein solches Obligatorium hingegen nicht zu sein. Der dadurch ausgeübte Druck erzeugt lediglich Gegendruck. Die Befürchtung ist, dass der eigentliche Zweck alsbald in den Hintergrund rückt.
masernimpfung - 08.03.2009Titel
masernimpfungName
hansueli zweifelText
ich finde ein impfobligatorium mehr als kontraproduktiv. verständnisvolle information der (eigentlich ja besorgten) eltern hilft weiter. die fundis werden mit einem obligatorium nur noch fundamentaler. eine diskussion ist aber sicher nötig, damit auch klar benennt wird, was für folgen die ungenügende impfrate hat. zb wir als musterland eine who rüge verdienen...ein obligatorium für sensible institutionen könnte eine variante sein. impfgegner würden dann steiner schulen wählen, so what.
(Un-)sinn des Impfobligatorium - 05.03.2009Titel
(Un-)sinn des ImpfobligatoriumName
Alain WimmersbergerText
Wird ein Impfobligatorium durchgesetzt? Da habe ich meine Zweifel. Es wird zu einer Politisierung der Frage kommen: wer unterstützt staatliche Zwangsmassnahmen, wer bekämpft sie?Es wird eher zu einer Koalition von Impfbefürwortern und Impfgegnern kommen, um diese Massnahme zu torpedieren. Am Ende werden noch weniger Eltern ihre Kinder impfen lassen.
Die Frage kann doch nur sein, wie bringt man Leute dazu, ihr Kind zu impfen, wenn sie noch nicht schlüssig sind (das sind ca 15 % der Bevölkerung). Wenn man von ihnen ein Antwort zu früh verlangt,werden sie sich abwenden. Wenn man ihnen für ihren Entscheid mehr Zeit lässt (mehr als 2-6 Monate), so entscheiden sich die meisten Eltern für die Impfungen.
Wir Aerzte brauchen wesentlich länger um eine Impfung in unser präventives Instrumentarium aufzunehmen als nur 2 Monate, warum verlangen wir von diesen zweifelnden Eltern einen Entscheid in so kurzer Zeit. Alain Wimmersberger
Imahorn Kilian, kilian.imahorn@praxis-am-kloster
05.03.2009 / 16:07:09
Impfobligatorium
Ein Impfobligatorium widerspricht meinem Berufsverständnis, die Eltern möglichst gut zu informieren und zu beraten.
Ein Impfobligatorium widerspricht unserem langjährigem Engagement unsere Kompetenz in Impffragen zu verbessern.
Ein Impfobligatorium macht den Impfordner des Forums obsolet.
Aktionstag der Grundversorger am 1. April 2009 - 04.03.2009Titel
Aktionstag der Grundversorger am 1. April 2009Text
Die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeinmedizin SGAM hat zu Protestaktionen gegen die die Grundversorgung gefährdende Politik von Bundesrat Couchepin aufgerufen. Das FPP hat der SGAM seine uneingeschränkte Unterstützung zugesagt. Die verschiedenen Aktionen werden diesmal regional geplant und durchgeführt werden. Zur Diskussion stehen Praxisschliessungen, Informationsveranstaltungen in den Praxen, Demonstrationsveranstaltungen in der Öffentlichkeit, Sistierung der Zusammenarbeit mit den eidgenössischen Behörden und Ämtern (BAG, IV, Sentinella) und vieles mehr.Erfahrungsgemäss wird es der Ärzteschaft schwer fallen, sich solidarisch zu einer gemeinsamen Aktion aufzuraffen und Partikularinteressen hinten an zu stellen. Die Meinungen sind geteilt und reichen von der Befürwortung eines scharfen Streiks inklusive Bestreikung des Notfallsdienstes bis zur Ablehnung jeglicher Aktivitäten.
Der Presse-Coup der FMH vom 22. Februar 2009 mit der Rücktrittsforderung an Bundesrat Couchepin - auch darüber sind sowohl bezüglich Inhalt wie bezüglich Stil die Meinungen unterschiedlich - wird kaum zu überbieten sein. Trotzdem scheint ein Aktionstag Erfolg versprechend: Medien und Politik sind sensibilisiert, Politiker sind hellhörig geworden und kritisieren das Vorgehen von Pascal Couchepin, die kantonalen Gesundheitsdirektoren lehnten das Vorgehen des Bundesrates ab, die Geschäftsprüfungskommissionen der eidgenössischen Räte überprüfen den Entscheid betreffend Analyseliste. Die Bevölkerung beginnt auch langsam zu verstehen, dass es um viel mehr als unseren Umsatz geht, nämlich um ihre Gesundheit.
Der Vorstand des FPP unterstützt alle Aktionen, die langfristig zur Erhaltung oder gar Verbesserung einer patientennahen und effizienten Medizin beitragen können. Es ist Zeit, am 1. April ein weiteres Zeichen zu setzen, die Voraussetzungen sind günstig.
Wir fordern euch deshalb auf, eure Praxisagenda am 1. April frei zu halten. Schliesst euch den Aktionen der Grundversorger in eurer Region an und motiviert alle Kolleginnen und Kolleginnen zum Mitmachen. Informiert eure Kundschaft über die geplanten Aktionen, sie finden in ihrem eigenen Interesse statt.
Masernepidemie: Impfobligatorium - 01.03.2009Titel
Masernepidemie: ImpfobligatoriumText
Sollen sich die Praxispädiater für ein Masern-Impfobligatorium stark machen?Von einzelnen Gesundheitsdirektoren vorab in der Westschweiz wird ein solches gefordert.
Damit sich bezüglich der Masernsituation in der Schweiz etwas bewegt, müssen weitere Massnahmen ins Auge gefasst werden. Das Impfobligatorium ist eine Variante, gerichtliche Schritte oder Schulausschlüsse wären andere. Wollen wir uns weigern, Impfgegner in unseren Praxen zu behandeln? Oder eben gerade nicht, um sie vielleicht doch noch vom Nutzen der einen oder anderen Impfung überzeugen zu können?
Wir sind gespannt auf eure Diskussionsbeiträge auf unserer Homepage
Viele Grüsse
Der Vorstand
Forum Praxispädiatrie FPP
